Sommerzeit ist Grillzeit - Genuss, Geselligkeit und unvergessliche Momente
Wenn die Temperaturen steigen und die Tage länger werden, beginnt die schönste Zeit des Jahres: die Grillsaison. Ob mit Familie, Freunden oder Nachbarn - Grillabende gehören zum Sommer einfach dazu. Der Duft von frisch gegrilltem Fleisch, knackigem Gemüse und würzigen Marinaden sorgt für echte Sommerstimmung und macht jeden Abend zu einem besonderen Erlebnis.
Direktes vs. indirektes Grillen
Beim direkten Grillen liegt das Grillgut unmittelbar über der Glut oder Gasflamme und bekommt intensive Hitze ab. Diese Methode ist ideal für kleinere Fleischstücke, Würstchen, Gemüse oder Fischfilets, die schnell garen sollen. Durch die starke Hitze entstehen saftige Ergebnisse mit aromatischer Kruste und typischen Röstaromen.
Beim indirekten Grillen liegt das Grillgut nicht direkt über der Hitzequelle, sondern in einem Bereich ohne Glut. Der Deckel des Grills bleibt geschlossen, sodass die Wärme von den Seiten und von oben zirkuliert. Dadurch gart das Fleisch schonend und gleichmäßig - perfekt für größere Stücke wie Braten, ganze Hähnchen oder Rippchen.
Grillen mit Holzkohle
Ein Holzkohlegrill gehört für viele zum echten Grillgefühl dazu. Durch die glühende Kohle entstehen unterschiedliche Temperaturzonen, und mit geschlossenem Deckel kannst du wahlweise direkt oder indirekt grillen. Der große Vorteil: Fleisch, Fisch und Gemüse bekommen ein unverwechselbares Raucharoma, das besonders bei Steaks beliebt ist. Allerdings bringt Holzkohle auch Herausforderungen mit sich. Die Rauchentwicklung kann auf Balkonen oder in Innenstädten problematisch sein, und bis die Glut die richtige Temperatur erreicht hat, braucht es etwas Geduld. Dafür belohnt dich diese ursprüngliche Art des Grillens mit einem Hauch von Lagerfeuer-Romantik.
Gasgrills: Gasarten, Verbrauch & Sicherheit
Gasgrills laufen in der Regel mit Propan- oder Butangas. Propan verbrennt auch bei kalten Temperaturen (bis ca. –30 °C), Butan hingegen entzündet sich unter 0 °C nicht. In Deutschland sind Propan und Flüssiggas-Gemische verbreitet. Flaschen gibt es meist von 5 kg bis 11 kg Fassungsvermögen. Der Gasverbrauch hängt von der Grill-Leistung ab: Pro 1 kW Leistung rechnet man mit etwa 100 g Gas pro Stunde. Ein 12-kW-Grill verbraucht bei Volllast also rund 1,2 kg/h - eine 5-kg-Flasche hält so ungefähr 4 Stunden.
- Gasflasche prüfen: Die Flasche immer aufrecht und fern von direkter Hitze aufstellen. Vor jeder Benutzung kontrollieren, ob Druckminderer und Anschlussschlauch dicht sind und keine Knicke haben.
- Regler und Sicherheit: Verwenden Sie einen hochwertigen Druckregler mit integriertem Sicherheitsventil. Systeme mit Schlauchbruchventil stoppen bei Leckagen automatisch die Gaszufuhr und verhindern so Stichflammen.
- Richtig anschließen: Nutzen Sie Funkentzünder oder Streichhölzer, um Funken zu vermeiden. Kinder sollten ferngehalten werden. Nach dem Grillen die Gaszufuhr immer direkt an der Flasche schließen.
Holzkohle schnell entfachen
Ob man die Kohle als kleine Menge oder als großen Haufen aufschichtet, darüber gehen die Meinungen auseinander. Wer Zeit sparen möchte, greift am besten zu einem Anzündkamin. Befüllt mit Kohle oder Briketts und etwas Papier, entwickelt sich im Kamin ein Luftzug, der die Glut gleichmäßig und deutlich schneller entstehen lässt. Sobald die Kohlen durchgeglüht sind, werden sie in den Grill geschüttet und mit frischer Kohle umgeben - so verteilt sich die Hitze optimal.
Kohle oder Briketts?
Klassische Holzkohle entzündet sich schnell und erreicht sehr hohe Temperaturen von bis zu 700 °C – ideal für kurzgegrillte Steaks oder Würstchen. Nachteil: Sie verbrennt auch schneller. Briketts brauchen zwar länger, um durchzuglühen (ohne Kamin bis zu 50 Minuten), halten die Hitze aber konstant über mehrere Stunden. Perfekt für langsames, indirektes Grillen. Viele kombinieren beide: Holzkohle zum schnellen Anheizen, Briketts für langanhaltende Glut. Achte auf Qualität: FSC, PEFC oder DIN-Prüfzeichen.
Temperatur richtig einschätzen
Nicht jeder Grill hat ein Thermometer. Ein einfacher Trick hilft trotzdem: Halte deine Hand ca. 12 cm über den Rost.
- 8–10 Sekunden = niedrige Temperatur
- 5–7 Sekunden = mittlere Hitze
- 1–4 Sekunden = sehr heiß
Mit einem Grillthermometer misst du präziser – und sicherer.
Elektrogrill: Handhabung & Vorteile
Der Elektrogrill ist besonders einfach und sauber in der Handhabung. Nach dem Einschalten heizen die Heizstäbe blitzschnell auf - lange Vorbereitungszeiten entfallen. Da es keine offene Flamme gibt, entstehen weder Qualm noch Funkenflug. Das macht den Elektrogrill ideal für Stadtwohnungen und Balkone. Allerdings braucht er einen Stromanschluss, weshalb die Bewegungsfreiheit durch ein Kabel begrenzt sein kann.
- Wasser in die Fett-Auffangschale: Füllen Sie vor dem Start Wasser in die Schale. Das fängt heruntertropfendes Fett auf, verhindert unangenehmes Anbrennen und Gerüche und erleichtert die Reinigung. Kontrollieren Sie den Wasserstand regelmäßig, da verdampftes Wasser wieder Rauch entstehen lässt.
- Stabiler Stand: Stellen Sie den Elektrogrill immer auf einen festen, ebenen Untergrund. So vermeiden Sie Wackeln oder Kippen während des Grillens.
- Sonneneinwirkung vermeiden: Platzieren Sie den Grill nicht in direkter Sonne. Hohe Sonneneinstrahlung kann die Temperaturregelung beeinträchtigen.
- Zubehör benutzen: Verwenden Sie Grillbesteck wie Zangen und hitzebeständige Handschuhe. So schützen Sie sich vor Verbrennungen und halten Ihre Hände sauber.
- Reinigung nach Nutzung: Reinigen Sie Grillrost und Schale direkt nach dem Gebrauch. Eingebrannte Rückstände werden so vermieden und der Grill ist beim nächsten Einsatz sofort einsatzbereit.
Grillen ist mehr als nur Würstchen und Steaks, es ist eine kulinarische Entdeckungsreise
Mit kreativen Rezepten bringst du Abwechslung auf den Rost und überraschst deine Gäste mit neuen Ideen.
Fleisch & Klassiker
- Perfektes Steak: Ein gutes Rindersteak (z. B. Ribeye oder Rumpsteak) 2 Stunden vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen. Kurz vor dem Grillen mit Salz würzen, dann bei direkter Hitze von jeder Seite 2–3 Minuten anbraten („Searing“). Anschließend bei indirekter Hitze bis zur gewünschten Garstufe ziehen lassen. Mit Pfeffer und Kräuterbutter servieren.
- BBQ Spare Ribs: Mit einer trockenen Gewürzmischung (Rubs) einreiben und mehrere Stunden ziehen lassen. Zunächst indirekt bei niedriger Temperatur garen, anschließend mit einer süß-würzigen BBQ-Sauce glasieren.
Fisch & Meeresfrüchte
- Gegrillter Lachs: Lachsfilet mit Olivenöl, Zitronensaft und Kräutern marinieren. Auf einer Zedernholzplanke grillen - so nimmt der Fisch ein leicht rauchiges Aroma an und bleibt wunderbar saftig.
- Garnelenspieße: Garnelen mit Knoblauch, Chili und Limette marinieren, auf Spieße stecken und nur kurz grillen.
Vegetarisch & vegan
- Gefüllte Champignons: Große Champignons mit einer Mischung aus Frischkäse, Kräutern und Knoblauch füllen. Auf Aluschalen oder einer Grillplatte garen, bis die Füllung cremig ist.
- Gemüsespieße: Bunte Mischung aus Zucchini, Paprika, Aubergine und Halloumi-Käse. Vorher in einer Marinade aus Olivenöl, Kräutern und Knoblauch ziehen lassen.
Süßes vom Grill
- Gegrillte Ananas: In Scheiben schneiden, mit Honig und Zimt bestreichen und kurz von beiden Seiten angrillen. Dazu passt Vanilleeis perfekt.
- Banane mit Schokolade: Banane der Länge nach einschneiden, Schokoladenstücke hineingeben und in Alufolie gewickelt auf den Grill legen.
Mit diesen Rezeptideen wird dein Grillabend abwechslungsreich und spannend. Egal ob Fleischliebhaber, Fischfreund oder Vegetarier - für jeden ist etwas dabei.
Den Rost direkt nach dem Grillen im heißen Zustand mit Wasser und einer Drahtbürste reinigen. Danach leicht mit Öl einreiben, damit er nicht rostet.
Holzkohle am besten von selbst ausglühen lassen. Erst entsorgen, wenn sie komplett abgekühlt ist. Im Notfall mit Sand ersticken. Wasser auf heiße Glut wirbelt Asche auf und kann gefährlich sein.
Nach dem Reinigen den Grillrost leicht einölen. Grill trocken und geschützt aufbewahren, am besten mit Abdeckung. Zubehör sauber, trocken und griffbereit in einer Box lagern.
Rohes Fleisch kann Keime enthalten. Wenn dieselben Messer, Bretter oder Zangen auch für Salate oder Beilagen genutzt werden, können die Keime übertragen werden.
Eigene Schneidebretter und Messer für Fleisch verwenden, Beilagen separat vorbereiten und nie auf denselben Teller legen.
Wenn die Kohle noch nicht richtig durchgeglüht ist, brennt das Fleisch außen an, bleibt innen aber roh. Besser warten, bis die Kohle mit grauer Ascheschicht bedeckt ist.
Wenn zu viel auf dem Rost liegt, kann die Luft nicht zirkulieren. Dadurch gart das Grillgut ungleichmäßig und es dauert länger.
Nein. Offenes Feuer oder Holzkohle verbrauchen Sauerstoff und erzeugen Kohlenmonoxid, das lebensgefährlich ist. Grillen immer nur im Freien.
Mindestens zwei Meter. Besonders Holzzäune, Dächer oder Hecken sind leicht entflammbar.
Spiritus oder Benzin entzünden sich explosionsartig. Stattdessen sichere Grillanzünder oder einen Anzündkamin verwenden.
Eine Löschdecke, einen Eimer Sand oder einen Feuerlöscher. Wasser nur im Notfall und nicht bei Fettbrand verwenden.